Mein Jahr als quasi-Zivi in Nottingham, England

Doing fine

Bei einem meiner Trips ins City Centre habe ich Waterstone's besucht, eine Buchhandlung. Direkt darueber befindet sich View from the top eine Gallerie, in der momentan Bilder von jungen Talenten ausgestellt wurden. Einige gefielen mir sehr gut, vor allem weil viele Arbeiten Design-Anspruch hatten, modern und damit auch eher leicht verdaulich waren. Das Beste: Der Eintritt ist frei. Ich haette sogar ein Bild gekauft wenn ich das Geld haette. Am Abend waren wir dann noch in einem polnischen Restaurant Warzaw Dinner, in dem ich Pierogi gegessen habe. Es war sehr lecker und gar nicht mal soooo teuer. Am darauffolgenden Samstag hat Andre uns wieder mal auf einen Trip mitgenommen, diesmal nach Newark-on-Trent. Dort gibt es einen offenen Markt und eine Burg.

Außerdem habe ich eine neue Beschäftigung gefunden, denn ich wurde gefragt, ob ich nicht ab und zu Barkeeper im "Wheel In", der Bar fuer die Gäste und Vollies sein möchte. Da ich sehr gern Drinks mixe, habe ich natürlich sofort zugestimmt. Zusätzliches Taschengeld bekomme ich für diese Aufgabe auch noch. Eine Schicht dauert so ca. 4 Stunden am Abend. Zuerst musste ich ein Training absolvieren: Bier zapfen, kassieren und generelle Hygiene- und Sicherheitsvorschriften. Meine erste Schicht hatte ich dann am Abend darauf und es hat sehr viel Spaß gemacht, obwohl ich sagen muss, dass wenig Kunden natürlich mehr Langeweile und Pausen bedeuten aber in dieser Zeit kann man sich anderweilig beschäftigen, sei es mit Mitarbeitern plaudern oder was lesen.

In der letzten Woche stand alles unter dem Motto Angeln. Jeden Tag fand ein Trip zu einem anderen Angelplatz statt und ich war natürlich auch auf einem Trip dabei. Bei dem Platz handelte es sich um einen professionellen, privaten. Ziel der Gäste war es jeden Tag so viele Fische wie möglich zu fangen um am Ende der zwei Wochen als Sieger aus dem Angelturnier hervorzugehen. Jeder Volly war wieder fleißig dabei seinem Gast zu helfen. Das beinhaltete Auf- und Abbau des Equipments, das Fangen der Fische mit dem Netz und schließlich das Herausnehmen der Haken und den gefangenen Fisch ins Netz im Wasser zu werfen. Denn gegessen werden die Fische nicht, sondern nur gewogen und dann wieder freigelassen. Zwischendurch warf ich auch ein bisschen Futter ins Wasser. Damit lag es dann also am Gast die Angel einzuwerfen und den Fisch zu fangen. Anfangs natürlich noch unsicher und darauf bedacht nichts falsch zu machen, hatte ich es bald ganz gut drauf die Haken zu entfernen und wir fingen einen Fisch nach dem anderen. Ich denke, sie waren sehr hungrig, da teils im Abstand von nur fünf Minuten wieder ein Fisch an der Angel hing. Mit dem Wetter hatte ich ebenfalls Glück, da es nicht regnete. Andere Trips in den zwei Wochen verliefen nicht ganz so trocken, wenn ihr versteht? Insgesamt hat es mir viel Spaß gemacht aber jeden Tag würde ich das nicht machen wollen, dazu war es dann doch auf Dauer etwas langweilig.

Am Montag verlief es weniger schön, denn da habe ich einen Gast ins Krankenhaus begleitet. Am Morgen ging es ihr sehr schlecht und sie wollte nicht mehr reden, woraufhin die Ambulanz kam und sie sowie mich transportierte. Nach einigem Warten wurde ich hineingerufen und über ihren Zustand aufgeklärt. Er war leider behandlungsbedürftig und sie würde über Nacht oder mehrere Tage dableiben müssen. Deshalb verließ ich bald darauf das Krankenhaus, machte noch einen Halt im Zentrum der Stadt um etwas einzukaufen und war dann zum Ende meiner Schicht um 17.00 zurück in Skylarks.

An einem Morgen, als ich gerade die Frühschicht hatte und mit Barbara, einer gebürtigen Polin, einem Gast beim Aufstehen half, ging plötzlich der Feueralarm im ganzen Haus los. Dies war das erste Mal seit ich hier bin. Übungen waren normalerweise nicht nötig, da den Gästen jeden Samstag gesagt wurde, was im Fall der Fälle zu tun wäre und der Feueralarm probeweise ausgelöst wurde. Übungen mit den Angestellten wurden ebenfalls nur in der Trainigszeit im Januar wenn überhaupt gemacht. Barbara verließ den Raum um mit den anderen Pflegern die Ursache des Alarms zu suchen. Ich blieb mit dem Gast im Raum. Der Alarm war entsetzlich laut und ich muss zugeben, ich hatte etwas Muffensausen, da es wie gesagt keine Übung sein konnte. Nach schrecklich langen 30 Minuten kam Barbara schließlich zurück. Der Alarm sei in der Küche ausgelöst worden. Zum Glück handelte es sich um falschen Alarm: Lediglich Rauch und Dunst beim Kochen seien die Ursache gewesen. Trotzdem ziemlich aufregend dieser Morgen!

Zum ersten Mal seitdem ich hier bin gab es diese Woche einen Trip zum Trent River, wo uns eine Bottsfahrt erwartete. Das Wetter war typisch englisch würde man wohl leider sagen: Bewölkt, etwas kalt, Nieselregen. Zum Glück saßen wir aber im Schiff und konnten nach draußen wenn wir wollten, um einige Fotos zu machen. Die Fahrt an sich hat viel Spaß gemacht und dauerte gute zwei Stunden.

 

9.9.08 22:33

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mami (28.9.08 16:59)
Sehr interessant und toll geschrieben Gerrit! Wünsche mir noch viel davon. HDGDL.

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